Vortrag über „Autarke Energienutzung“ beim Agenda 21-Arbeitskreis

Referenten des Agenda-21-Arbeitskreis

Energiewende daheim: Vortrag über „Autarke Energienutzung“ beim Agenda 21-Arbeitskreis in Viechtach.

Den mit der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach erzeugten Strom speichern und selbst nutzen: Drei Referenten haben am Donnerstagabend im Blossersberger Keller vor etwa 40  Zuhörern über energieautarkes Wohnen und eine Alternative zum gängigen Batteriesystem referiert. Dazu eingeladen hatte der Agenda 21-Arbeitskreis „Energie und Verkehr“ zusammen mit der Umweltstation Viechtach. AK-Vorsitzender Dr. Wolfgang Schlüter begrüßte Christian Seidemann, den Geschäftsleiter der Firma ensotec, zusammen mit dessen Kollegen Andreas Urban und Wolfgang Münch. Die drei hatten bereits vor einem Jahr ihr alternatives Batteriesystem präsentiert. In den vergangenen zwölf Monaten konnten nun Erfahrungen gesammelt und die Technik weiterentwickelt werden. Mit dieser Batterietechnik soll der Energiehaushalt ausgeglichen werden.

Die Nickel-Eisen-Batterie

Christian Seidemann stellte zunächst den Hauptgegenstand des Abends vor, nämlich die  Nickel-Eisen-Batterie (kurz Ni-Fe-Batterie). In einem geschichtlichen Teil erklärte der Geschäftsleiter von ensotec, dass die Batterie bereits in den 1900er-Jahren in Elektro-Mobilen benutzt worden sei. „Diese Fahrzeuge stehen jetzt in Museen, aber wenn man die Ni-Fe-Batterien darin aufladen würde, würden sie noch funktionieren und die Autos würden fahren. Das hätten Sie mit der üblichen Bleibatterie nicht“, sagte der Experte.

Vor allem die Langlebigkeit der Batterien von mehreren Jahrzehnten sei mit handelsüblichen Bleibatterien keineswegs zu vergleichen. „Normale Batterien sind nach maximal sieben Jahren kaputt, weil die chemischen Reaktionen der Inhaltsstoffe das System ruinieren“, erklärte der Geschäftsführer. Man habe Ni-Fe-Batterien gefunden, die 40 Jahre oder noch länger in der Erde  vergrabenwaren und die nach Pflege und Ladevorgang wieder funktioniert haben. Bei üblichen Batterien hätte man nach einem halben Jahr im Dreck meistens schon Probleme.

Auch gebe es keine giftigen Nebenprodukte in der Nickel-Eisen-Batterie, da dieses System mit einer ungefährlichen Kali-Lauge statt den hochgiftigen Säuren in Bleibatterien arbeite. „Da kriegen Sie genau das wieder raus, was Sie auch hineingegeben haben – es bilden sich keine Abfallstoffe, die nicht vorher in die Batterie eingearbeitet wurden,“ sagte Christian Seidemann.

Mit dem Nickel-Eisen-Stromspeicher zur Autarkie

Die Nutzung der Batterietechnik zum Ausgleich des Energiehaushaltes könne laut den Experten zu einer Unabhängigkeit von einem externen Stromnetz führen. Sollte es zu einem Stromausfall kommen, könne das Energienetz sofort auf Batteriebetrieb umschalten, ohne dass dabei große Ausfälle bei technischen Geräten merkbar würden. Auch sei man nicht länger auf von anderen Energieträgern vorgeschriebene Zeiten angewiesen, sagte Andreas Urban.

„Oft kannman gewisse Tätigkeiten wie Bügeln oder dergleichen nur zu gewissenTageszeiten erledigen, weil sonst nicht genügend Energie nachgeliefert wird. Aber durch den Zwischenspeicher mittels der Batterietechnik haben Sie das Problem nicht mehr,“ erklärte der Fachmann. Im Anschluss an den Vortrag konnten die Anwesenden sich von den Experten noch individuell zu ihren eigenen Energiesystemen undHäusern beraten lassen.

Stefan Muhr | Quelle: Passauer Neue Presse | Erscheinungstag: 22.07.2015

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